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Dicke kommen nicht in den Himmel

 Amerikanist untersucht Diät-Sekte

„Wir sind ins Essen verliebt! Wir haben unsere Herzen ganz und gar dem Essen gewidmet – es ist unser neuer Götze! Und das macht Gott eifersüchtig. Wer zu viel isst und zu viel wiegt, räumt dem Essen jene Stellung ein, die alleine Gott vorbehalten sein sollte – und das ist eine Todsünde! Gott hat unsere Körper dünn geschaffen.“ So lauten die markanten Thesen der US- Ernährungswissenschaftlerin Gwen Shamblin, die in den Vereinigten Staaten bereits eine Vielzahl von Anhängern gefunden hat. In ihrem Bestseller „The Weigh Down Diet“ predigt sie die Abkehr vom übermäßigen Genuss, der in ihren Augen nur eine geistig-spirituelle Leere füllen soll. Der Amerikanist Gregor Schrettle untersucht in seiner Dissertation an der Universität Dortmund das Phänomen Gwen Shamblin und die Bedeutung des Abnehmens in der heutigen Zeit.

Shamblins Abnehmrezept scheint einfach und kommt ohne Fitnesstraining und Kalorienzählen aus: „Beten statt naschen“ lautet die Botschaft, die sie auf Seminaren und mittlerweile auch per Video verkündet. „Für mich ist hier besonders das Verhältnis von Religion und Kultur interessant“, erläutert Schrettle seine Faszination. Denn Shamblin erhebe mit ihren Ausführungen eine rein kulturelle Forderung, nämlich die nach Schlankheit, in den Rang eines religiösen Gebotes.

Dem gängigen Schlankheitsideal zu entsprechen ist für die selbsternannte Diät-Expertin ein religiöser Imperativ und auch den Weg zur Traumfigur beschreibt sie mit der Metapher des
„Exodus“. Shamblin rät ihren Anhängern zur Bibel zu greifen oder die Hände zum Gebet zu falten, wenn sie der Heißhunger überfällt und verspricht, dass Gott ihnen beim Abnehmen helfen werde. „Dieser Aufbruch zu neuem Essverhalten soll einen dauerhaften Gewichtsverlust zur Folge haben und die bisher durch Essen kompensierte spirituelle Leere soll nunmehr durch Gott gefüllt werden,“ erklärt Schrettle die Shamblinsche Abspeckmethode, mit der sie selbst es immerhin von 100 auf 55 Kilo geschafft hat.

Tausende wollen es ihr nachmachen und hungern sich in so genannten „Weigh Down Workshops“ den Weg in den Himmel. Die Methode ist aus ernährungswissenschaftlicher Sicht allerdings umstritten, weil Shamblin keinerlei Richtlinien bezüglich der notwendigen Nährstoffe aufstellt. Wichtig ist für sie lediglich, nur so lange zu essen, bis man satt ist, nicht darüber hinaus. Shamblin empfiehlt, einfach genau das zu essen, worauf man gerade Lust habe – ob das nun Broccoli oder Schokoladekuchen sei, das sei völlig egal.

„Trotz ihrer teilweise sehr skurrilen Argumentation spiegeln Shamblins Schriften das US-amerikanische Selbstverständnis in prototypischer Weise wider“, ist Schrettle überzeugt. Insbesondere amerikanische Gründungsmythen und das puritanische Erbe allgemein spielen immer wieder eine große Rolle in ihrer Rhetorik. Inwieweit diese Mythen sich wiederum auf das nordamerikanische Körper- und Schlankheitsbewusstsein auswirken, untersucht der Amerikanist ebenfalls in seiner Dissertation.

4.6.09 13:30


20.5.09 13:40


18.5.09 21:49


JOHANNA IS DOCH ZIEMLICH BLÖD
Und KANN ZUDEM KEIN MATHE!!!

10.5.09 17:57


2.5.09 18:52


17.4.09 23:55


16.4.09 11:46


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